Meine Sportgeschichte beginnt schon früh

„Du als Trainer? Willst dich da präsentieren?“ fragte mich ein Bekannter als ich diese Idee des Trainings nach außen brachte. „Was kannst Du denn, was ein anderer nicht kann? Und was ist Dein Rekord an dem dich alle als Experten identifizieren?“

Umgebe dich mit einem guten Umfeld und betreibe regelmäßig Cleaning

Meine (un)sportliche Geschichte beginnt bereits in der Schule und gleichzeitig liegt auch hier mein erster Rekord. Nun gut es ist kein Weltrekord und sicher auch nichts für das ich eine Urkunde bekomme. Die habe ich übrigens bei den Bundesjugendspielen in der Kindheit auch nie bekommen. Daher ist die oben aufgeführte Frage vielleicht sogar gerechtfertigt. Also in der Oberstufe beim Leichtathletik war das so:

  • ich konnte weder den Speer noch den Diskus weit genug wegwerfen
  • ich konnte weder hoch, noch weit springen
  • ich konnte auch weder auf 50 noch 100m ordentlich sprinten

Allerdings wäre es für den Gesamtabschluss des Jahres im Zeugnis ganz gut gewesen, wenn ich mit der Sportnote noch etwas reißen könnte. Zur damaligen Zeit fuhr ich mit dem Rad in die Schule und auch in der Freizeit war ich viel auf dem Zweirad unterwegs. Also hatte ich nur eine Chance. Ausdauer war das Stichwort. Und da kam zum Glück der Cooper-Test ins Spiel. Beim Cooper-Test muss man 12 Minuten so viel laufen wie es geht.

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Mit der richtigen Disziplin nach vorne kommen

Wobei die Überschrift nicht ganz passt. Denn eigentlich komme ich nicht mit, sondern in der richtigen Disziplin nach vorne. Allerdings hat sich die Disziplin beim Radeln auch ausgezahlt. Es kommt der Tag an dem wir den Cooper-Test durchführen. Der Startschuss fällt und alle die daran teilnehmen wollen – es sind komischerweise nicht viele in dieser Disziplin – laufen los. Ich nehme nicht nur die Beine in die Hand. Es sieht von außen sicher so aus, wie man sprichwörtlich sagt, dass Arme und Beine eine rotierende Scheibe bilden. Wir laufen und laufen und das erste mal merke ich, welches mein Sport ist. Ich überrunde sogar den einen und die andere, deren Speer weiter flog oder deren Sandabdruck beim Weitsprung weiter hinten war. Zum Glück gibt es noch jemanden vor mir, der das Tempo vorgibt und an dessen Fersen ich ich hefte. Cahid unser Mitschüler der durch regelmäßiges Karate-Training nicht nur drahtig, sondern auch richtig fit ist. Er zieht mich mehr oder minder über die Bahn und wir überholen so ziemlich alle. Mussten wir ja, denn er lief als erster durchs Ziel und ich als zweiter. Soweit zum Thema: Du musst Weltmeister oder irgendein Meister sein. Nein! Du musst bei Dir sein und das machen, was Du kannst. Das setzt aber auch voraus, dass Du weißt, was Du nicht kannst.

Ach ja und die Note in Sport war gesichert. Durch die 15 Punkte mit dem Cooper-Test, gab es in Leichtathletik glatte 11 Punkte. Und das obwohl der Rest nicht der Rede war.

Später wechselte ich dann für ein paar Jahre zum Wildwasserpaddeln auf den schönsten Flüssen und Österreich, der Schweiz, Frankreich und im Winter auf den heimischen Bächen bei Hochwasser.

Laufpartner Wilson beim Berglauftraining
Mit Laufpartner Wilson gleich morgens starten, bevor die Sonne den Hund aufwärmt. In jedes Training muss eine Struktur. Und ohne Ziel geht sowieso gar nichts.

Und dann wurde ich zum Läufer und startete eine Trainerausbildung

Mit dem Hund an meiner Seite begann dann irgendwann das Laufen und als der zweite Hund dazu kam wurde noch mehr gelaufen und schneller zugleich. Wer hier schon mal Blut geleckt hat und für wen Sprinten nicht die beste Disziplin ist, der wird irgendwann zum Marathoni.

Ich bin bereit
In gerade mal 9 Wochen auf den Frankfurt Marathon 2015 vorbereitet und gefinished! Anvisiert war die Zielzeit von 3:30 was für die kurze Trainingszeit viel zu sportlich war. Doch das habe ich erst später realisiert. Am Ende bin ich bei 3:49 ins Ziel gelaufen. MEGA!!

Und so bereitete ich mich in 2015 in gerade mal 9 Wochen auf den Frankfurt-Marathon vor. Ich muss dazu sagen, dass ich vorher schon den einen anderen Wettbewerbslauf mitgemacht habe und aus einem guten Grundlagentraining heraus gestartet bin. Trainiert habe ich nach dem Buch von Herbert Steffny, welches mir mein Laufpartner auf zwei Beinen zum Geburtstag schenkte. Geplant war eine Trainingszeit von 3:30, was für den ersten Marathon mit nur 9 Wochen Vorbereitung viel zu sportlich war. Doch das realisierte ich erst ein paar Wochen nach dem Event. Gelaufen bin ich dann ersten Marathon meines Lebens in 3:49 und ich bin noch heute stolz darauf.

Trainingsvorbereitung auf den Frankfurt Marathon 2015
Ohne Trainingspartner und die richtige Strategie geht es nicht! Bei der Marathon geht es vor allem um die langen und langsamen Läufe. Immer wieder höre ich von Menschen, die im Training nicht in der Lage sind langsam zu laufen. Bei den langen langsamen Läufen geht es darum die Fettverbrennung anzukurbeln.

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Neben dem Ziel braucht es auch eine Vision

Nachdem das Ziel dann abgeschlossen war, musst es irgendwie weiter gehen. Meine Vision war und ist „dauerhaft fit und unter 80 Kilogramm zu bleiben.“ Das klappt seitdem auch mittlerweile im vierten Jahr. Neben zahlreichen Halbmarathonis laufen ich weiterhin in meiner Freizeit sehr häufig, wenn manchmal auch unregelmäßig. Ende 2018 hatte ich die glorreiche Idee mal einen Ultralauf zu bestreiten. Durch den Saisonjob im Sommer bin ich zeitlich oftmals zu stark eingespannt, so dass ein Training in dieser Zeit nur unregelmäßig stattfindet. Daher kam der Termin Ende Januar mit den 50 Kilometern in Rodgau sehr gelegen. Eine 5 Kilometer-Runde ist dort 10 mal zu durchlaufen, was jedem, der sich mathematisch im kleinen Zahlenbereich offeriert, dass hier 50 Kilometer zusammenkommen.

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Also meldete ich mich recht kurzentschlossen Ende Dezember – und diesmal in etwas schlechterer Verfassung – zu diesem Lauf an. Ich absolvierte in 4 Wochen ein kurzes, knappes und dennoch intensives Training. Wichtig waren mir vor allem die langen Läufe an den Sonntagen. Die längste Distanz waren hier dann 31 Kilometer. Dafür durch Dauerregen an einem kalten Sonntagmorgen. Zwei Wochen später ging es dann nach Rodgau. Eine Super Erfahrung für die ich sehr dankbar bin. Tolle Menschen kennen gelernt und die 10 Runden sehr gleichmäßig absolviert. Nach 5 Stunden und 45 Minuten lief ich an diesem Mittag fast völlig erschöpft und glücklich zugleich durchs Ziel.

Wir sind viel leistungsfähiger als wir das manchmal glauben. Wir müssen nur ans uns glauben.

Was will ich mit dieser Geschichte sagen?

Im Prinzip will ich drei Dinge auf den Punkt bringen:

  1. Um zu erkennen, was man will, ist es manchmal auch hilfreich den Umweg zu gehen und zu erkennen, was man nicht will. Der Rest ergibt sich. Und wenn Dir etwas nicht aus dem Kopf geht, dann mach es!
  2. Achte auf Dein Umfeld und meide Menschen, die Dir einreden wollen, dass etwas nicht machbar wäre. Suche Dir Partner an Deiner Seite, die im Herzen so sind wie Du. Gemeinsam ist man so viel stärker.
  3. Ohne ein Ziel vor Augen, kannst Du viel Energie verbrennen und bekommst dennoch die PS nicht auf die Straße. Gleichzeitig ist manchmal auch der Weg das Ziel oder das Ziel im Weg.